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Mechthild Seck

GALERIE VOGEL / KÜNSTLERPORTRÄT

Naturgefühl in Schichten aus Farbe.

Mechthild Seck entwickelt ihre Gemälde im Spannungsfeld von Wahrnehmung, Material und Intuition.

Mechthild Seck · Galerie Vogel Heidelberg

Mechthild Seck – Kunstwerk

01 / FARBE ALS PROZESS

Lasuren, Spuren und Schichtungen lassen Bildoberflächen entstehen, die sich bei jedem Blick anders erschließen.

02 / JENSEITS DER ABBILDUNG

Natur wird nicht kopiert, sondern in eine persönliche Bildwirklichkeit aus Licht, Farbe und Struktur übersetzt.

ÜBER DEN KÜNSTLER

Mechthild Seck – Leben und Werk.

"Malen ist mein Weg der Kommunikation, eine Herausforderung der Empfindsamkeit. Hinter meinen Strichen und Zeichen versteckt sich zwangsläufig etwas Undefinierbares, Verborgenes." Die Werke von Mechthild Seck, die 1958 in Deutschland geboren wurde, sind in beachtenswerten öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

So verschieden ihre Bilder auch sein mögen, eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind von enormer Ausdruckskraft und Emotion. Ausgangspunkt für Mechthild Seck in einem Bild ist das subjektive Naturempfinden in der Landschaft: Helligkeit, Farbigkeit, Erde-Wasser-Licht und gute Form. Der Malprozess selbst ist jedoch nicht planbar, nicht von Überlegungen irgendeiner Art bestimmt, sondern das Ergebnis von Erfahrungen und intensiven Sehens. Schritte im Meer der Farben, spüren, Spuren erzeugen, durchschreiten, reiben am Jetzt. Probieren und irren – besinnen, schichten und übermalen. Die Oberfläche ist lebendig und wächst mit. Ich möchte kein Abbild der Natur schaffen oder wieder erkennbare Ausschnitte einer Landschaft präsentieren, sondern die Motivation meiner Arbeit liegt drin, „über die Realität hinauszugehen“, ich füge der Welt ein Stück meiner Wirklichkeit hinzu – eine neue Bildwelt. In einem komplexen Arbeitsprozess in dem ich mit Ölfarben, Harzen, Wachsen und Eitempera immer wieder neue lasierende Farbschichten anlege und teilweise darunter liegende Flächen wieder hervorschabe, ist die Balance zwischen Intuitivem und Bewusstem wichtig. Die Leuchtkraft der Bilder von der sich der Betrachter umfangen lassen kann, erreiche ich durch die Verwendung reiner Farbpigmente mit denen ich meine Farben selbst herstelle.

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Farbe wird aufgetragen, überlagert, teilweise wieder abgenommen und in neue Beziehungen gebracht. Dadurch entstehen Bildräume, die sich nicht auf eine flache Darstellung reduzieren lassen. Natur kann als Stimmung, Erinnerung oder Bewegung spürbar werden, ohne dass ein konkreter Ort gezeigt werden muss. Die Veränderung der Bildschichten bleibt als Spur des künstlerischen Prozesses sichtbar. Beim Betrachten entdeckt man fein abgestimmte Übergänge, kleine Strukturen und die besondere Leuchtkraft der Materialien.

Schon die Titel „Feld“ und „Wasser“ lassen erahnen, wie Natur zu einem Ausgangspunkt für eigene Empfindungen wird. Die Bilder erzählen nicht von einer exakt wiedergegebenen Landschaft. Spuren des Farbauftrags, Überlagerungen und fein abgestufte Oberflächen machen vielmehr die Bewegung des Gestaltens sichtbar. Es lohnt sich, sowohl aus der Entfernung auf die gesamte Komposition zu schauen als auch in der Nähe die kleineren Strukturen zu verfolgen. So entfalten die Arbeiten ihre stille Tiefe.

Die beiden Arbeiten „Feld“ und „Wasser“ zeigen, wie stark die Künstlerin von elementaren Naturerfahrungen ausgeht. Die Motive werden jedoch nicht naturgetreu wiedergegeben, sondern in vielschichtige Spuren, Strukturen und Farbräume übersetzt. Das lässt ihre Bilder bei jedem Blick anders erscheinen.

Gerade im Zusammenspiel mit den weiteren Arbeiten von Mechthild Seck wird sichtbar, wie viele Facetten eine künstlerische Handschrift haben kann. Manchmal fällt zuerst eine kräftige Farbe auf, manchmal sind es die kleinen Details, die den Blick halten. Die Bilder und Objekte lassen sich aus unterschiedlicher Entfernung betrachten und offenbaren dabei immer neue Beziehungen zwischen Form, Motiv und Ausdruck. So bleibt der Eindruck nicht auf einen einzigen Moment beschränkt. Wer sich Zeit für die Kunst nimmt, entdeckt häufig Erinnerungen, Gedanken oder Stimmungen, die über das Dargestellte hinausgehen. Diese persönliche Offenheit macht auch den Besuch einer Galerie so reizvoll: Jedes Werk kann für unterschiedliche Menschen etwas anderes bedeuten.

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