Renée Vonosten

Kunst für das Neue Millennium.

Die Künstlerin Renée Vonosten ist eine kosmopolitische Künstlerin. Sie wurde 1955 in Deutschland geboren, wo sie auch ihre ersten Studienjahre verbrachte. Später zog es sie nach Frankreich, Italien, Spanien und in den letzten 2 Jahrzehnten verstärkt nach Asien. Auslandsaufenthalte und die dadurch entstehende Nähe und Beschäftigung mit der jeweiligen Kultur faszinieren die Künstlerin und inspirieren sie immer wieder zu neuen Herausforderungen in ihrer künstlerischen Tätigkeit. Die seit 30 Jahren mit bildender Kunst arbeitende Renée Vonosten kann auf ein breites Spektrum kultureller und künstlerischer Aktivitäten zurückschauen. Zu Beginn ihres künstlerischen Schaffens lag der Arbeitsschwerpunkt bei Aquarell und Zeichnung: Stillleben, Blumen und Landschaftsstudien. Bald jedoch änderte sich ihr künstlerisches Interesse. Die 3.Dimension in der Kunst zog sie magisch an. Es entstanden kleine Metallobjekte und farbige Schmuckstücke. Parallel dazu experimentierte sie intensiv mit Ol- und Acrylfarben. Als Folge entstanden zunächst farbintensive Gemälde mit starkem Licht- und Schattenspiel, später in Verbindung mit Collagearbeiten dann oft großformatige Wandobjekte mit starker Raumwirkung.

Diese neuen Arbeiten verdeutlichen in besonderer Weise die Synthese aus zweidimensionaler Malerei und Collage. Hier wird das dreidimensionale Material nicht Teil der Fläche, sondern die farbige Fläche Teil der drei-dimensionalen Form. Sie wird aber nicht nur ein Teil der Form, sondern gibt ihr ein ganz anderes Aussehen, eine völlig neue Wirkung. Hier wird das Wesen der Synthese sichtbar: Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile. Während ihrer Asienaufenthalte empfindet die Malerin oft ein starkes Bedürfnis nach mehr Ruhe und Ausgeglichenheit, nach innerem Frieden und tieferer Harmonie. Dieses neue, innere Bedürfnis will sie von nun an in ihrer künstlerischen Arbeit ausdrücken. Als Ausgleich zu einer immer schnelleren und fordernderen Welt, in der das Außen immer wichtiger wird, der einzelne Mensch mit seinen Gefühlen, Bedürfnissen und Träumen aber immer unerheblicher, sollen ihre Werke wieder Raum für die Empfindungen der Seele geben. Getrieben von diesen Überlegungen geht Renée Vonosten auf die Suche nach einer neuen Aussage und Ausdrucksmöglichkeit in ihrer Kunst.

Ihre Kunst soll einen Gegenpol bilden zur heutigen überall präsenten technisierten Umwelt - ein Hinwenden zum eigenen Ich", ein Anstoß zur eigenen Weiterentwicklung sein. Die Eindrücke, neuen Einflüsse und Aspekte, die die Künstlerin aus den verschiedenen Kulturkreisen (insbesondere dem Fernöstlichen) aufgenommen hat, setzt sie nach innerer Verarbeitung und nach einer Reduzierung auf den Kern der Aussagen in ihrer Malerei um- als Ausdruck in überwiegend abstrakten, manchmal symbolischen Formen und entsprechender Farbgebung.

Die ausgesuchte farbliche Harmonie ihre Werke, in Kombination mit individuellen Formen und der allumfassenden Sprache der Zeichen und Symbole fordert die Phantasie und die Schöpferkraft des Betrachters heraus. Renée Vonosten wünscht sich tiefe „Seelenbilder" - Bilder in denen ihre Seele die Seele des Betrachters berührt und sein Herz öffnet. Durch progressive Stilisierung und einer fortschreitenden Einschränkung inhaltlicher Formen erschafft sie in diesen Jahren zum Teil rein meditative, oftmals farbmonochrome Werke. Durch die Hinwendung zur Abstraktion mit zunehmender Tendenz zur informellen Malerei entstehen Farbflächen, die überaus nuancenreich miteinander verwoben sind, ohne dabei eine wesentliche Eigenschaft zu verlieren, nämlich von Ebene zu Ebene fast schon körperliche Farb-differenzierungen zu zeigen. Licht und Bewegung sind die zentralen Themen der neu entstehenden Zyklen wie Farbelement in Rot und Blau", „Farbräume" oder Lichtkörper I-V". Dabei bevorzugt die Künstlerin meist Acryl auf Leinwand, auch gerne auf großem Format. Von zentraler Bedeutung ist für sie die Reduzierung auf das Wesentliche, so dass zum Teil sehr große und fließende Kunstwerke entstehen. Formen, Farben, Oberflächentexturen und dynamische Rhythmen werden hier als eigenständige Ausdruckswerte zu einem harmonischen Ganzen gestaltet. Wichtig ist ihr dabei, dass alle Farben in Beziehung zueinander stehen, denn in der Malerei können diese Beziehungen von großer Harmonie, aber zugleich auch sehr spannungsreich oder konträr sein. Die visuelle Energie der Farben, ihre Ausstrahlung, ihre Wirkung auf unsere Empfindungen ist, obwohl manchmal irrational, ein Ausdruck des Geistes und der Seele.

Diese Botschaft zu transportieren, ist ihr Bestreben. Es ist für die Künstlerin immer wieder faszinierend, wie das Bild während des Malprozesses teilweise eine Eigendynamik entwickelt und sich so „selbstständig" bis zur Vollendung immer wieder verändert. Manchmal dominiert in ihrem Werk auch nur das Moment des Spontanen, losgelöst von allem Planerischen und Konzeptionellen. Zu Beginn weiß die Künstlerin also nicht, wo das Kunstwerk enden wird. Hier wird die Malerei als Prozess begriffen. Auf diese Art und Weise lässt die Künstlerin dem Betrachter Raum, seinen Geist „spielen" zu lassen. Frei von allen Zwängen kann der Betrachter in die Welt der Formen und Farben eintauchen. So entsteht ein spezieller Dialog zwischen Kunstwerk, Betrachter und der Künstlerin.

Renée Vonosten hat mit der Losgelöstheit des Bildes von Gegenständlichem, die suggestive Wirkung der Farben und Zeichen und ihre meditativen Wirkungsweisen in das Zentrum ihres Erkenntnisprozesses gestellt. Auch wenn ihre verwendete Terminologie einen intellektuellen Zugang zur Malerei vermuten lässt, ist ihre schöpferische Arbeit sowohl durch Emotion und Improvisation, als auch durch Technik und Konstruktion bestimmt. Sie kreiert künstlerische Prozesse und Formen im Spannungsfeld von Realität und Utopie, von Ästhetik und Geist Die freie Entfaltung der Farbe auf den Betrachter wirkt nach Stimmung und Farbsymbolik völlig frei und verweist nur auf das Bild als Objekt - ohne jegliche Querverweise und Bezüge zur Realität. Ihre Malerei kann man anschauen, erfühlen, erahnen und hinterfragen, aber nicht „ begreifen". Durch die Kombination von bewussten und unbewussten Einflüssen schafft die Künstlerin eine Bildaussage, die dem Betrachter Spielraum für die eigene Interpretation lässt. So kann der Betrachter abgeschlossene Vorgänge wieder unmittelbar als Neues erleben, oder anders formuliert: es verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart angetrieben durch inneres Fühlen und äußeres Schauen zu einem großartigen Neuen.

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